Hypnose bei Angsttörungen sehr effektiv

Ängste gehören zum Leben dazu und die meisten Menschen lernen, mit ihnen umzugehen. Doch bei etwa zehn bis 15 Prozent der Bevölkerung sind die Ängste so massiv, dass von Angststörungen gesprochen wird. Mit Hypnose lässt sich eine Vielzahl dieser Ängste behandeln. Angststörungen sind die häufigste psychische Erkrankung unserer Zeit. Sie äußern sich auf unterschiedlichste Art und Weise. So können sie zum Beispiel Ursache einer Depression sein oder Suchtprobleme auslösen. In beiden Fällen stehen die Chancen auf einen Behandlungserfolg mit Hypnose gut. Auch Phobien (zum Beispiel Spinnenphobie, Flugangst) können mit Hypnose abgemildert werden.


Dabei ist mit Hypnose nicht das allgemein überlieferte Bild eines Show-Hypnotiseurs auf der Bühne gemeint. "Bei der klinischen Hypnose handelt es sich entgegen der häufigen Vorstellung nicht um eine Art 'Zaubertechnik', bei der der Therapeut durch seine Macht ein Symptom 'wegzaubert'", erklärt Stefanie Schramm von der Milton H. Erickson Gesellschaft für klinische Hypnose. Vielmehr werde Hypnose als Technik verstanden, die meist im Rahmen einer Psychotherapie oder medizinischen Behandlung zur Anwendung komme.Mit Schlafen habe der Zustand der Hypnose nichts gemein, sagt die Expertin. Während einer hypnotherapeutischen Sitzung werde dem Patienten dazu verholfen, einen Trancezustand zu erreichen und im weiteren Verlauf für sich zu nutzen. "Dieser Zustand ist gekennzeichnet durch eine hohe innere Wachheit und eine fokussierte Aufmerksamkeit, während äußere Dinge wie Geräusche unwichtig werden." Dadurch werde der Zugang zu inneren Fähigkeiten erleichtert und der Patient in die Lage versetzt, an verloren geglaubte Fähigkeiten anzuknüpfen.


Auch andere Entspannungsverfahren und Meditationstechniken haben zum Ziel, einen hypnoseähnlichen Zustand zu erreichen, so zum Beispiel das autogene Training. "Ein Unterschied besteht in der therapeutischen Nutzung dieses Trancezustands über das Entspannungserleben hinaus", konkretisiert Schramm. Dabei gehe es zum Beispiel um das Erreichen konkreter Ziele, etwa mehr Selbstsicherheit im Umgang mit Ängsten zu gewinnen oder mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln. "Wir Psychologen sprechen von 'Selbstwirksamkeitserleben', sich handlungskompetent statt hilflos ausgeliefert zu fühlen", erläutert die Expertin.Auch die Schmerzreduktion und die Aktivierung der Selbstheilungskräfte können Ziele der Hypnotherapie sein. Konkret bei letzterem wird die Fähigkeit vermittelt, über eine bildhafte Vorstellung auf körperliche Vorgänge stärker Einfluss zu nehmen. Richtig angewendet wirken sich diese Vorstellungen dann unmittelbar auf den Körper aus, genauso wie sich zum Beispiel der Mund zusammenzieht und mehr Speichel fließt, wenn man in der Vorstellung auf eine Zitrone beißt. In der Zahnarztpraxis kommt die therapeutische Hypnose zur Behandlung von Angstpatienten zum Einsatz oder auch zur Behandlung ohne Spritze. Chronische Schmerzen sind ebenso ein Anwendungsgebiet wie zum Beispiel hoher Blutdruck oder die Geburtsvorbereitung.


Hypnotherapie sollte nur von ausreichend qualifizierten Personen mit einer Ausbildung in einem psychotherapeutischen Verfahren und mit einem psychotherapeutischen oder medizinischem Grundberuf durchgeführt werden. Anwender ohne den entsprechenden fachlichen Hintergrund können eventuell die Risiken und deren Tragweite nicht abschätzen oder nicht mit den Reaktionen seitens des Patienten umgehen, die eine Hypnose auslösen kann. Ein seriöser Hypnotherapeut sollte zudem über die Grenzen der Behandlung aufklären und den Behandlungsplan mit dem Patienten besprechen.Eine reine Hypnosebehandlung wird nicht von der Krankenkasse bezahlt

 

Quelle: akuthilfe24.de

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