Depressionen und bipolare Störungen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezeichnet die Depression als zukünftig wichtigste Volkskrankheit. In Deutschland sind ca. 5,5 Millionen Menschen von Depressionen betroffen. Viele Depressionen werden als solche nicht erkannt, weil bei den Betroffenen die körperlichen Symptome oftmals auffälliger sind. 
Die Depressionen zählen unter den sogenannten affektiven Störungen. Unter dem Begriff Affekt, versteht man eine kurzfristige Gemütsregung. Affektive Störungen sind Erkrankungen die vorrangig durch Veränderungen in der Gestimmtheit und des Antriebs gekennzeichnet sind. Meistens sind körperliche Symptome und Krankheiten mit involviert. Der niedergeschlagene antriebslose Mensch wird als depressiv bezeichnet, der hochgestimmte, der antriebsübersteigerte Mensch als manisch.  Treten die Manie und die Depression im Wechsel auf, spricht man von einer manisch-depressiven oder bipolaren Störung.
Die Depression, Manie oder bipolare Störung können mit oder ohne psychotische Symptome auftreten.

Diese Anzeichen sollten frühzeitig ernstgenommen werden:

- Niedergeschlagenheit
- Antriebslosigkeit
- Mangel an Lebensfreude
- Gefühl nichts mehr empfinden zu können
- vermindertes sexuelles Interesse
- emotionale Gleichgültigkeit
- sinnloses Gedankenkreisen
- Appetitlosigkeit
- Schuldgefühle
- verminderte Selbstwertgefühle
- Verdauungsbeschwerden
- Interessenlosigkeit für Dinge die früher Spaß machten
- innere Leere
- verminderte Entscheidungsfähigkeit
- emotionale Gleichgültigkeit
- Schlafstörungen
- Konzentrationsmangel
- Gewichtsprobleme
- Traurigkeit
- Schwindelgefühle
- Verspannungen
- Engegefühle in der Brust
- Kloßgefühl im Hals
- Sinnlosigkeit des Lebens
- in schwerwiegenden Fällen Suizidgedanken

Formen der Depression

Depressionen werden im leichter, mittelschwerer, schwerer und schwerer Episode mit psychotischen Erleben unterschieden. Der Grad der Depressionen ist abhängig von der Anzahl der Symptome. 

2-3 Symptome: leichte depressive Episode/Depression

4 Symptome und mehr: mittelgradige Episode/Depression

6 Symptome und Verlust des Selbstwertgefühls und häufig suizale Gedanken: schwere depressive Episode/Depression

Wenn zusätzlich Wahn, Halluzinationen und schwere psychomotorische Hemmungen hinzukommen, handelt es sich um eine schwere depressive Episode/Depression mit psychotischen Erleben.
Die schweren depressiven Episoden/Depression sind medikamentös zu behandeln. Eine begleitende Psychotherapie ist empfehlenswert.

Auftreten von Depressionen

Depressionen treten typischerweise in zwei Lebensabschnitten gehäuft auf. Der Abschied von den Träumen des Jugendlichen und Heranwachsenden, das Spannungsfeld zwischen Anpassung und Auflehnung bilden den Nährboden im Alter ab 25 Jahren. 

Im Lebensabschnitt ab 45 Jahren tritt die Erkenntnis Lebensträume nicht verwirklicht zu haben in den Vordergrund. Diese Lebensbilanz macht depressiv, meist in Form von Ängsten und Getriebenheit sowie mit ausgeprägten körperlichen Symptomen und Erkrankungen.
Etwa 10% der Männer und 20% der Frauen sind einmal im Leben klinisch depressiv. Depressiv Erkrankte gehören zur Risikogruppe der Suizidgefährdeten. 

Die häufige Beteiligung von körperlichen Beschwerden durch ein sogenanntes "Maskieren" der psychischen Störung erzwingt eine körperliche Abklärung. dies gilt für depressive Störungen sowie Störungen aus dem Bereich der Manie.

Manische Episoden

Der manische Mensch ist grundlos gut gelaunt, übersteigert heiter unabhängig von tatsächlichen Gegebenheiten grenzenlos optimistisch und manchmal gereizt-aggressiv. Er überschätzt sich selbst.
Der Antrieb ist übersteigert, übliche soziale Hemmungen gehen verloren.Das Schlafbedürfnis ist deutlich verringert, dafür ist die sexuelle Appetenz gesteigert, Hungergefühle werden nicht wahrgenommen. Die erkrankte Person fühlt sich erhöht leistungsfähig.Das beschleunigte Denken zeigt sich in schnellem Redefluss und Rededrang, Sprunghaftigkeit und Ideenflucht kennzeichnen die Ausführungen des manisch Erkrankten.
Größenideen und maßloser Optimismus, überhöhte Selbsteinschätzung verhelfen den Erkrankten mitunter zu starker Überzeugungskraft. Der manisch  Erkrankte ist wenig krankheitseinsichtig, subjektiv geht es ihm aber gut.
Er beschreibt seinen Zustand als großartig, beglückend, euphorisch. Der manisch Erkrankte ist im Denken, Reden und Handeln, grenzen- und maßlos.
Das gesteigerte Selbstwertgefühl und die Selbstüberschätzung kann bis in den Größenwahn gesteigert sein. Halluzinationen, meist in Form von Stimmen, runden das Bild der psychotischen Symptomatik ab. Die erkrankte Person kann nicht haltbare Geld-und Rechtsgeschäfte abschließen. Die gesteigerte Libido führt bisweilen zu sexuellen Exzessen. Die Vernachlässigung der Nahrungsaufnahme und der Hygiene kann zur Selbstgefährdung führen.
Manische Phasen können wenige Tage, im Extremfall sogar auch mehrere Jahre anhalten. Manisch erkrankte wehren meist eine Behandlung ab, in der akuten Phase ist eine Psychotherapie nicht möglich.

Bipolare affektive Störung (manisch-depressive Störung)

Rund ein Drittel der Menschen mit affektiven Störungen erkranken an einem Wechsel von depressiven und manischen Phasen. Die depressive Phase dauert Wochen bis Monate, die manischen sind in der Regel eher kürzer. Die Symptome sind die gleichen wie bereits oben beschrieben. 
Rasch wechselnde Verläufe mit mehrfachen Wechseln innerhalb eines Monats sind Kennzeichen sogenannter "Rapid cycler". 
Die Ersterkrankungen bei einer bipolaren affektiven Psychose liegt eher im 3. bis 4 Lebensjahrzehnt.

Behandlung von Depressionen und bipolaren Störungen

Den meisten Menschen die unter einer Depressionen oder auch unter einer bipolaren Störung leiden, kann in aller Regel gut geholfen werden. Desto früher mit der Behandlung begonnen wird, umso günstiger sind die Erfolgsaussichten. 
Die Art der Behandlung in unserer Praxis hängt im Wesentlichen von dem Schweregrad ab. Die Therapie erfolgt aus einer Kombination von kognitiver Verhaltenstherapie, Hypnosetherapie und systemischer Therapie. Der Fokus richtet sich dabei in der Ursachenerforschung. Tief verborgene Ursachen im Unterbewusstsein müssen gefunden und dann aufgelöst werden. Wenn dies nicht geschieht, wird die Depression immer wieder kommen. 
Die darauf weitere aufbauende Therapie unterstützt Sie bei den Veränderungsprozessen, so dass Sie langfristig wieder ein Leben in Freude entwickeln und erleben können.