Hypnose in der Schmerztherapie

Sie gehört zu den ältesten Methoden gegen Schmerzen - und kommt ganz ohne Medikamente aus: Hypnose. Die Hypnose wird mittlerweile auf vielen Gebieten der Medizin eingesetzt. Als Betäubungsmittel hat sie sich ebenso bewährt wie im Einsatz gegen Schmerzen, Depression, Übergewicht, Ängste oder Zwangserkrankungen. Prinzipiell kann sich jeder Mensch hypnotisieren lassen, dessen Gehirn gesund ist und der es freiwillig zulässt. Die erreichbare Tiefe der Trance ist allerdings individuell verschieden.

Hypnose ist ein Abschalten und Fokussieren nach innen oder auf bestimmte Dinge, ähnlich wie Tagträume, Beten oder Meditation. Neben einer Verringerung von Muskelspannung, Herzfrequenz und Blutdruck kommt es auch zu einer regelmäßigeren und langsameren Atmung,  einer Abnahme des Stresshormonspiegels im Blut und einer geringeren Aktivierbarkeit von Reflexen. So können durch Hypnose physiologische Stressreaktionen, wie zum Beispiel chronische Schmerzen, beeinflusst werden.

 

Die Entspannung hält nach der Trance noch einige Stunden an. Wer mithilfe des Therapeuten die Selbsthypnose übt und regelmäßig anwendet, kann damit seine Schmerzen dauerhaft mindern oder sogar ganz ausschalten. Das Gehirn lernt um, verändert die Art, wie es Schmerzen wahrnimmt und damit umgeht. So lassen sich oft sogar schwer beherrschbare Schmerzen wie ein Phantomschmerz nach Amputationen in den Griff bekommen.

 

Hypnose beim Zahnarzt

 

 

Immer beliebter wird Hypnose in der Zahnarztpraxis, wo sie Schmerzen ausblenden und tief verwurzelte Ängste nehmen kann. Viele Menschen haben Angst vor dem Zahnarztbesuch, weil sie als Kind schlechte Erfahrungen gemacht haben und ihre Ängste oder Schmerzen nicht ernst genommen wurden. Für die Hypnose sucht sich der Patient in Gedanken einen Ort aus, an dem er sich wohl fühlt, zum Beispiel einen Strand. Im Trancezustand hört er dann das Meeresrauschen statt das Kreischen des Zahnarztbohrers, Schmerzen dringen nicht mehr in sein Bewusstsein. Um sicher zu gehen, dass die Trance stabil ist, prüft der Zahnarzt vor der eigentlichen Zahnbehandlung sogenannte Trancezeichen. Eine kleine Betäubung, nur ein Bruchteil der üblichen Dosis, genügt dann, damit der Patient von Bohren und Schleifen nichts spürt. Am Ende der Behandlung holt der Zahnarzt den Patienten mit einem Fingerschnippen aus der Trance zurück. Immer mehr Zahnärzte verfügen inzwischen über eine Hypnose-Ausbildung.

 

 

Einsatz in der Psychotherapie

 

 

Die Anwendung von Hypnose im psychotherapeutischen Bereich wird als Hypnotherapie bezeichnet. Hier hilft sie, mit Stresssymptomen fertig zu werden, Ängste oder auch Zwänge zu besiegen. Während der Patient sich im Trancezustand befindet, bietet ihm der Therapeut Wege und Lösungen zur Beseitigung seiner Probleme an. Findet der Patient in Hypnose ein Symbol für sein Symptom, das er verändern kann, führt dies zu einer Art Rückkopplung im Gehirn und zu einer Veränderung des Symptoms. So kann ein Engegefühl am Hals gelöst werden, wenn der Patient es gedanklich mit einem Band verbindet, das er aufschneidet. Der Erfolg bleibt auch bestehen, nachdem der Trancezustand beendet ist.

Quelle:ndr.de

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