Erklärungsversuche für die Hypnose

Auf der Suche nach einer Erklärung, was genau während der Hypnose passiert, tappen die Forscher noch im Dunkeln. Seit ­etwa zehn Jahren kann man aber mit Geräten wie dem Magnetresonanztomografen (MRT) beobachten, welche Teile im Gehirn in der Trance beteiligt sind: in Hypnose ist der vordere zinguläre Kortex aktiv, der für die Aufmerksamkeit zuständig ist. Eher heruntergedimmt geht es im vorderen Gehirnlappen, dem präfrontalen Kortex zu: hier spielen sich Denken und Planen ab, die im Zustand der Hypnose weniger kritisch und offener für Suggestionen sind. Zusätzlich schaltet sich der Hinterhauptslappen ein, der visuelle Kortex, da während der Suggestion in der Hypnose Bilder angesprochen werden. Und es reagiert der Teil des Gehirns verändert, der für das Ich-Gefühl zuständig ist: der Präkuneus auf der Mitte des Schädels.

Anstelle des Alltags-Ichs kann ein anderes Ich aus dem Unterbewussten mobilisiert werden, das das Problem löst, wozu sich das Alltags-Ich außerstande sah. Unter Hypnose reagiert das Gehirn nicht mehr auf tatsächliche Reize, sondern auf Suggestionen und Imagination des Patienten.

Seit den 50er Jahren gibt es Wirksamkeitsstudien zur Hypnose. Aber erst seit 2006 gilt die Methode für bestimmte Anwendungsgebiete als offiziell anerkannt. Im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Hypnose und der Milton-Erickson-Gesellschaft für klinische Hypnose wurde 2003 beim wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie der Bundesregierung ein Antrag zur Anerkennung der Hypnotherapie eingereicht.

 

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