Wenn das kleine Herz weint-Depressionen bei Kindern

Bauchschmerzen, schlechter Schlaf, keine Lust auf nichts: Erste Symptome bei den Kindern sind meist recht unspezifisch. Wird es schlimmer, dann wollen die jungen Patienten nicht mehr in die Schule gehen, sind immer gereizter, sprechen gar von Selbstmord.

"Dann kann das eine Depression sein", sagt Prof. Michael Huss, Direktor der Klinik für Kinder und Jugendpsychiatrie in Mainz. Die schlimme Diagnose trifft nicht nur Erwachsene – nach den Erfahrungen des Kinder- und Jugendpsychiaters an der Universitätsmedizin müssen immer mehr und immer jüngere Kinder behandelt werden, schon Elfjährige sind darunter.

Diese Steigerung betrifft nicht nur Depressionen. In rheinland-pfälzischen Kliniken werden insgesamt immer mehr Kinder und Jugendliche wegen psychischer Erkrankungen eingewiesen. Waren es vor zehn Jahren noch gut 4800 Patienten im Alter bis 19 Jahre, so mussten 2011 bereits mehr als 6900 Kinder und Jugendliche wegen psychischer Krankheiten ins Krankenhaus.

"Auch die Rate an Suizidversuchen unter Kindern hat zugenommen", erklärt der Kinder- und Jugendpsychiater. "Früher dachte man, unter zehn Jahren kommt das nicht vor." Inzwischen wissen die Experten: "Es stimmt nicht, dass Kinder sich nicht umbringen." Dabei gebe es quasi keine Altersuntergrenze. Mit speziellen Schulungen werden die Mitarbeiter der Kliniken für eine mögliche Suizidgefahr bei Kindern sensibilisiert, berichtet Huss.

Quelle: http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article114610340/Schon-Elfjaehrige-leiden-unter-Depressionen.html

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