Wissenswertes über Hypnose

Wissenswertes zur Hypnose


Die Hypnose ist ein faszinierendes und facettenreiches Thema zugleich. Vielleicht, oder gerade deshalb, ranken sich Mystik, Halbwahrheiten oder Missverständnisse in der Öffentlichkeit.
Auf vielen Informationsseiten von Hypnose und Hypnosetherapie finden sich immer
wieder Behauptungen, die von völlig veralteten Lehrmeinungen stammen und aktuellem Wissensstand moderner Hypnoseforschung oftmals nicht mehr genügen.
Als Praxis für Hypnose möchte ich Ihnen deshalb einige zeitaktuelle Informationen an die Hand geben, um Klischeedarstellungen,falsche Vorstellungen oder übertriebene Behauptungen vorab selbst einschätzen zu können.


Ist jeder Mensch für Hypnose geeignet?

Bis auf wenige Ausnahmen, wie z.B. Menschen mit Hirnleistungsstörungen, geistig
kranke Menschen oder Menschen mit organischen Hirnschäden ist jeder hypnotisierbar.
Die Hypnotisierbarkeit kann mit der Suggestibilität des Klienten gleichgesetzt werden. Mit Suggestibilität ist aber nicht nur die "Vorstellung von Bildern" gemeint, sondern alle Sinneskanäle (Hören, die Vorstellung vom Anfühlen, von Geruch und Geschmack) können bewusst angesprochen und mit einbezogen werden.


Da jeder Mensch einzigartig ist, wird jeder geringfügig anders durch die Hypnose
angesprochen werden. Was bei dem einen besonders gut "wirkt", kann bei einem
anderen Teilnehmer einen etwas modifizierteren Ablauf erfordern.



Ist man in der Hypnose "bewusstlos"?

Diese oder ähnliche Fragen bekomme ich immer wieder von Klienten gestellt und hierzu ein klares NEIN!
Hypnose ist kein Zustand, sondern stellt vielmehr eine Tätigkeit dar und dami der
Trancezustand umgangssprachlich ausgedrückt werden soll (man ist in Trance, nicht "in Hypnose").


Was ist "Trance" oder "Trancezustand"?


Der Begriff "Trance",kennen Sie auch unter dem Begriff "Tagträumen".
Der Klient hört dem Hypnotiseur aufmerksam zu, damit das Gehirn in der Lage ist, hocheffizient Informationen zur gewünschten Veränderung speichern zu können.
Hypnose mit dem Ziel zur Veränderung bedeutet somit "aufmerksames Zuhören und Lernen".

Je tiefer die Trance, desto wirksamer die Hypnose?


Durch modernste Möglichkeiten, u.a. bildgebende Verfahren aus der Gehirnforschung, weiß man heute: Es gibt keine Trancetiefen!
Infolge dessen auch keine besonders ausgeklügelten "Finessen", auf die sich ein besonderer Erfolg begründen ließe oder damit oftmals laienhaft "Erfolgsversprechen" verbreitet werden.
Die effektive Behandlung innerhalb der Trance beruht nicht auf fälschlich verstandene "Tiefen".

 

Was passiert im Gehirn?


Beobachtungen aus der Neurologie und der modernen Hypnoseforschung erklären die erhöhte Wirksamkeit der Hypnose vielmehr durch einen "Sonderzustand" des Gehirns während der Trance, der sogen. "neuronalen Plastizität".

In diesem Zustand, der völlig von alleine durch Aufmerksamkeitsfokussierung auftritt, arbeiten die verschiedenen Gehirnareale nicht nur intensiver, sie vernetzen sich und "korrespondieren" auch stärker miteinander. Informationen können somit besser gespeichert, aber auch Meinungen oder Erinnerungen
besser analysiert werden.


Wie fühlt sich Hypnose an?

Je nach Zielsetzung, ob Sie Hypnose zur Eigenveränderung benötigen und deshalb eine Bewusstseinserweiterung angestrebt wird oder ob Sie eine tiefschlafähnliche Entspannung bevorzugen, wird sich der Trancezustand unterschiedlich anfühlen.
In Veränderungsarbeit wird man Eindrücke in angenehmer Vertiefung eher wie einen "inneren Film" wahrnehmen, während in der Tiefenentspannung jegliche Überlegungen und Gedanken an Bedeutung verlieren und man sich geistig und körperlich angenehm entspannt fühlt.

Hypnose unterscheidet sich jedoch deutlich vom Schlaf. In der Hypnose bleibt der Klient ansprechbar und wird auf die Suggestionen des Hypnotiseurs reagieren. So kann der Klient körperlich völlig entspannt sein wie im Schlaf, während er zeitgleich aufmerksam und bei vollem Bewusstsein ist.

Kann ich gegen meinen Willen hypnotisiert werden?


Ganz klares NEIN! Im Trancezustand sind Sie kein anderer Mensch wie im Wachzustand auch. Es liegt lediglich eine erhöhte Verarbeitungsbereitschaft des Gehirns durch den Trancezustand vor. Was Sie im Wachzustand nicht tun würden, weil es Ihrem ethischen Verständnis oder Lebensbild widerspricht, werden Sie auch im Trancezustand auf keinen Fall übernehmen.
Wäre es so, dass ein Hypnotiseur einen Menschen "umändern" kann, hätte der Gesetzgeber
einen "Riegel" vorgeschoben!


Wie ist es dann in der Showhypnose?


Die Showhypnose lebt u.a. von der "Willfähigkeit" des Teilnehmers und den erhöhten Erwartungsdruckes des Publikums. Das bedeutet: Derjenige,  der über die Bühne hüpft und dabei miaut, der WILL es auch! Er unterwirft sich der "Autorität" des "großen" Showhypnotiseurs in der Annahme, dass damit eine nochmalige Steigerung seines momentanen Erlebens erreicht werden kann.

Showhypnose hat nichts mit seriöser, schon gleich nichts mit Hypnosetherapie gemeinsam!
Ein Showhypnotiseur ist kein Hypnosetherapeut und nicht wenige verletzen oft auf
verwerfliche Art und Weise die Regeln ethischer Achtsamkeit und respektvollen Umgangs miteinander.

Kann ich mich nach der Hypnose noch an alles erinnern?

In der Regel ja. In der therapeutischen Trance befindet man sich in einem meist angenehmen Zustand körperlicher Entspannung, in der man abwechselnd konzentrierter, dann wieder für einige Zeit mit Einstreuung eigener Gedanken zuhören kann, ganz so, wie wenn man sich auf eine gedankliche Reise begibt und wie auf einer angenehmen Welle dahin gleitet.
Selbst in der Tiefenentspannung, wo das Bewusstsein eine deutliche Erholung und Inaktivität erfährt, sortiert das Unterbewusstsein in hellwacher Bereitschaft alle Informationen in "annehmbar" oder "inakzeptabel". Es hat deshalb eine Art Schutzfunktion.

Nach der Hypnose können Sie sich nach einer kurzen Reorientierung an alle Punkte erinnern, die Gegenstand der Hypnosesitzung waren, da für den weiteren Verlauf und die Anknüpfung an die Folgesitzung Informationen aus dem aktuellen Erleben für mich als Therapeut notwendig sind.

Wer darf die medizinische Hypnose anwenden?

Für jeglichen medizinischen Einsatz, d.h., Diagnose und Behandlung von Krankheiten (Linderung und Heilung) benötigt ein Hypnotiseur die medizinische Befugnis, d.h., er muss Heilpraktiker, Psychotherapeut oder zugelassener Arzt sein.

Bei wem sollte Hypnose sollte nicht angewendet werden?


- Geistig behinderten Menschen

- Menschen mit Psychosen (Schizophrenie, bipolare
    Störungen)

- Bei Klienten mit abnormalen Persönlichkeitsstörungen

- Bei schweren Herz- und Kreislauferkrankungen, Thrombose-Patienten und Epileptikern

  - Bei schwerwiegenden Erkrankungen des zentralen Nervensystems (z.B. Morbus Parkinson) und
Schlaganfall


- Bei Schwangeren (nach deutschem Recht ist eine Behandlung von Schwangeren ausserhalb der Beziehung Hebamme - Arzt nicht immer zulässig)

  Kinder und Jugendliche
werden erst ab 12 Jahren in meiner Praxis hypnotisiert!
  Bei Teilnehmer unter 18 Jahre ist zusätzlich die Einwilligung der Eltern   erforderlich.


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