Bei welchen Leiden Hypnose helfen kann

Ob bei Migräne, Übergewicht, Depressionen oder Schlaf- und Zwangsstörungen: Studien belegen mittlerweile die Wirksamkeit von Hypnose. Auch Kate Middleton setzt offenbar auf diese Heil-Methode.

 

Bei der Hypnose-Therapie werden Patienten durch Hypnose in einen veränderten Bewusstseinszustand geführt. Ihr freier Wille bleibt jedoch erhalten. Die Behandlungsmethode trägt zur Entspannung und Beruhigung des Patienten bei und ihm hilft, sein Unterbewusstsein zu entdecken. Die Wirkung der Hypnose ist mit dem Entspannungszustand zu vergleichen, den man auch beim Träumen einnimmt.

Doch viele Menschen denken dabei automatisch an Bühnenhypnose, bei denen einzelne Zuschauer den Befehlen des Hypnotiseurs hilflos ausgeliefert sind. Die medizinische Hypnose, auch Hypnotherapie genannt, hat jedoch nichts mit dieser Art der Vorführhypnose zu tun. Die Hypnotherapie verläuft in jedem Moment kontrolliert, wobei der Patient keinerlei Zwang ausgesetzt wird.

Die Anwendungsbereiche der Heilhypnose sind überaus vielfältig.

 

So erzielt beispielsweise Hypnose gegen Stress sehr gute Behandlungserfolge. Auch die Therapie von Zwängen, Depressionen und Ängsten kann durch eine Heilhypnose wirksam unterstützt werden. Patienten, die abnehmen oder das Rauchen aufgeben möchten, profitieren ebenfalls von dieser Therapie.

 

Der Berliner Psychologe Werner Eberwein arbeitet seit mehr als 30 Jahren mit Hypnosetechniken. In Trancezuständen könne mit dem Unbewussten direkt kommuniziert werden, sagt Eberwein: "Hypnotherapie ist Psychotherapie in veränderten Bewusstseinszuständen, also in Trance."

Es gebe nicht bloß einen Wach- und einen Schlafzustand, sondern eine Reihe von veränderten Bewusstseinszuständen, die als "Trance" bezeichnet würden. Der Übergang zwischen diesen Zuständen geschehe nicht plötzlich wie beim Drücken auf einen Lichtschalter.

Die moderne Hypnotherapie ist stark durch den amerikanischen Psychotherapeuten Milton H. Erickson geprägt. Nach ihm handelt es sich dabei um eine kommunikative Kooperation von Therapeut und Klient in Trance. Eberweiß zufolge wird sehr genau darauf geachtet, die Selbstbestimmung des Patienten zu respektieren und ihm nichts überzustülpen. Die Psyche eines Menschen werde nicht gegen seinen Willen manipuliert, betont der Experte, der auch das Institut für Humanistische Psychotherapie Berlin (IHP) leitet.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegten mittlerweile die Wirksamkeit der Hypnotherapie. Vereinfacht gesagt funktioniert das so, dass im Unterbewusstsein vorhandene Gedanken, Überzeugungen und Glaubenssätze verändert werden. Der Therapeut versucht, durch positive Eingebungen während der Trance eine "Neuprogrammierung" zu erreichen. Auch bei begrenzten Problemen wie Prüfungsangst oder Spannungskopfschmerzen kann eine Kurzzeittherapie mit Hypnose erfolgreich sein.

Einer aktuellen Studie der Universität Tübingen zufolge kann Hypnotherapie auch beim Abnehmen helfen. Die Methode könne übergewichtige Frauen besser unterstützen als eine Verhaltenstherapie, so die Forscher – insbesondere mit Blick auf die Monate nach Therapie-Ende. Auch die Lebenszufriedenheit der Frauen, die mittels Hypnose abgenommen haben, war demnach deutlich höher als die der Frauen, die auf klassische Verhaltenstherapie setzten.

Hypnose während der Schwangerschaft

Medienberichten zufolge soll auch die schwangere Herzogin Catherine ("Kate") Middleton, Gattin des britischen Thronfolger Prinz William, die Hilfe eines Hypnotherapeuten gesucht haben. Allerdings nicht weil sie sich zu dick fühlte. Während viele Frauen in der Schwangerschaft deutlich an Gewicht zulegen, ist es bei ihr genau umgekehrt: Sie hat deutlich an Gewicht verloren. Zudem setzt ihr die Übelkeit am Morgen schwer zu. Die Hypnosetherapie soll ihr nun eine gesunde Einstellung zum Essen zurückvermitteln und die Übelkeit bekämpfen.

 Quelle: "Die Welt" vom 22.1.13

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